Ethereum nach Pectra-Upgrade: DeFi wächst – aber anders als 2021

Anouar Akhich
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Foto: Bastian Riccardi / Pexels

Wie der neue Ethereum-Upgrade die Krypto-Landschaft verändert – ohne den Hype von 2021

Es ist wieder so weit: Die TVL-Kennzahlen (Total Value Locked) in DeFi steigen, Ethereum knackt neue Höchststände, und die Infrastruktur wird effizienter. Klingt vertraut, oder? Aber halt – bevor ihr euch an die wilden Zeiten von 2021 erinnert, lohnt ein Blick, was diesmal wirklich anders läuft.

Was passiert gerade im Markt?

Seit dem Pectra-Upgrade im Mai 2025, das unter anderem die Transaktionsverarbeitung und Skalierbarkeit von Ethereum massiv verbessert hat, ist die Netzwerkaktivität deutlich gestiegen. Gleichzeitig kletterte die TVL in DeFi um rund 30 % in diesem Jahr. Das klingt nach Bullenmarkt, aber die Dynamik ist eine völlig andere als 2021.

Warum? Weil die Treiber heute andere sind.

Nicht nur Spekulation, sondern Infrastruktur

In 2021 war DeFi geprägt von yield farming, Token-Pumps und einer Art Goldgräberstimmung, bei der viele mit wenig Ahnung einfach nur mitlaufen wollten. Heute sehen wir, dass das Wachstum stark von Infrastrukturanbietern, Liquid-Staking-Derivaten und institutionellen Produkten getrieben wird.

Beispiel?
– Liquid-Staking-Anbieter wie Lido und RocketPool wachsen, weil sie Zinsen für traditionelle Anleger interessant machen.
– Layer-2-Lösungen wie Arbitrum und Optimism skalieren die Transaktionen und senken die Gebühren – das macht Ethereum für reale Anwendungen tauglicher.
– Institutionelle Produkte wie Tokenized Funds und ETFs auf Ethereum-Basis gewinnen an Bedeutung.

Konkret: Während 2021 unerfahrene Trader einfach nur irgendwo „APYs“ (annual percentage yields) jagen konnten, ohne die Technologie zu verstehen, ist der heutige Zuwachs getragen von nachhaltigeren, technologischen Verbesserungen.

Die Zahlen dahinter: Woher kommt das Wachnis?

Schaut man sich die Daten an, sieht man:
– Die TVL-Wachstum ist nicht nur auf Spekulation zurückzuführen. Laut Messari und Glassnode stammen rund 60 % des Wachstums aus Liquid-Staking und Infrastruktur-Produkten.
– Die durchschnittliche Transaktionsgröße ist gestiegen, was auf institutionelles Engagement hindeutet (nicht nur Retail-Spekulation).
– Die Volatilität ist niedriger als in 2021, was auf nachhaltigeres Trading hindeutet.

Das wirft die Frage auf: Ist das Wachstum nachhaltiger, weil es auf Technologie und nicht auf Hype basiert?

Was bedeutet das für Investoren?

Für uns als Investoren ändert sich die Perspektive.

Es heißt, dass:
1. Infrastruktur vor Spekulation steht: Solide Technologie- und Infrastrukturverbesserungen treiben das Wachstum, nicht Hype.
2. Langfristiger Fokus statt kurzfristiger Schnelligkeit: Ethereum und andere Netzwerke entwickeln sich zu Infrastrukturen, die reale Anwendungen unterstützen – und nicht nur Spekulationsmärkte.
3. Geringere Abhängigkeit von „Crypto-Narrativen“: Der Markt entwickelt sich auch dann weiter, wenn Bitcoin oder andere Coins stagnieren.

Mein Take?

Ich finde es bemerkenswert, dass die gleichen Leute, die 2021 über „the future of finance“ sprachen, heute dieselben Themen diskutieren – aber mit dem Wissen, dass Technologie und Marktentwicklung komplexer sind als ein einfacher Bullenmarkt.

Die Frage ist: Können wir endlich von einem nachhaltigen Wachstum ausgehen, das von Infrastruktur und Technologie getrieben wird und nicht von unendlicher Spekulation?

Was denkt ihr? Ist das der Fall – oder wiederholt sich die Geschichte?

Tags: Ethereum, DeFi, Blockchain, Investment, Fintech, Krypto, Technologie

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Anouar Akhich ist Finanzblogger und Ökonom mit Sitz in Osnabrück, Deutschland. Er begeistert sich für Investitionen, ETFs, Aktien und clevere Geldstrategien und teilt praktische Tipps, um Lesern Schritt für Schritt beim Vermögensaufbau zu helfen. Mit Erfahrung in Rechnungswesen und Finanzmanagement macht Anouar komplexe Finanzthemen leicht verständlich.