Zu viel KI in deinem ETF-Depot? So diversifizierst du richtig in 2025

Anouar Akhich
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Foto: Markus Winkler / Pexels

Warum dein ETF-Depot jetzt zu viel KI enthält – und was du dagegen tun kannst

Klingt das nicht wie ein klassisches Dilemma? Auf der einen Seite die heiß gelaufenen KI-Aktien, die in den letzten Monaten die Welt erobern wollten – auf der anderen Seite die breite Masse, die einfach nur solide performen will. Ich hab mir die Zahlen mal genauer angesehen, und das Ergebnis ist überraschend.

In Q3 2024 haben tatsächlich über 68 % der 38 größten KI-bezogenen Titel den S&P 500 übertroffen. Das ist keine kleine Zahl. Es zeigt, dass KI nicht nur ein Trend ist, sondern eines der stärksten Investmentthemen der letzten Jahre. Aber: Konzentration birgt Risiken, besonders wenn sich die makroökonomische Landschaft verschiebt.

Warum dein Portfolio jetzt vielleicht zu viel Tech gewichtet ist

Wer in den letzten Jahren in ETFs investiert hat, hat vermutlich stark von Tech und hier besonders von KI profitiert. Das ist erstmal gut – wer möchte nicht Rendite? Aber die Kehrseite ist, dass viele breit diversifizierte ETFs (wie der klassische MSCI World) inzwischen eine deutliche Schieflage in Richtung Tech haben.

Warum? Die Antwort ist simpel: Marktkapitalisierung. Die großen Techunternehmen sind in den letzten Jahren massiv gewachsen, und da ETFs wie der MSCI World nach Marktkapitalisierung gewichten, bekommt Tech ein größeres Gewicht. Konkret: Einige der größten Einzelpositionen im MSCI World sind Techgiganten, die wiederum stark von KI getrieben werden.

Warum das ein Problem ist: Zinsen und Value-Titel

Jetzt kommt’s: Die Fed und andere Zentralbanken haben begonnen, Zinsen zu senken – langsam, aber die Richtung ist klar. Warum ist das relevant?
Historisch gesehen performen Value-Titel (also Unternehmen, die eher als günstig bewertet werden und oft in traditionellen Industrien sitzen) besser, wenn Zinsen sinken? Nicht unbedingt. Eigentlich dreht sich das Blatt oft, wenn Zinssätze sich ändern.

Rising Rates: Begünstigen Growth-Titel (wie Tech), weil future earnings mehr wert sind.
Falling Rates: Könnten Value-Titel begünstigen, da Investoren sich nach Stabilität und Dividende umsehen.

Die Frage ist also: Wenn die Fed aggressiv senkt, könnte das einen Rotationshandel auslösen, bei dem Value-Titel outperformen – und dein Tech-übergewichtetes Portfolio unter Druck kommt.

Was tun? Drei einfache Wege, dein Portfolio zu schützen

Niemand sagt, du sollst dein Tech-Investment reduzieren. Aber es kann klug sein, dein Portfolio zu schützen – ohne auf die langfristige Wachstumsstory von KI zu verzichten.

1. Überprüfe deine Allokation: Hast du nur einen einzigen ETF (z.B. MSCI World)? Vielleicht ist es Zeit, einen zweiten ETF dazuzunehmen, der gezielt Value-Titel abdeckt. Oder sogar einen Small-Cap-ETF, der die breitere Marktabdeckung erhöht.
2. Betrachte Sektoren-ETFs: Anstatt nur Tech zu halten, könntest du deine Allokation in andere Sektoren ausweiten, die von fallenden Zinsen profitieren – wie Finanztitel oder Infrastruktur.
3. Vergiss nicht, fixed Income: Wenn die Zinsen sinken, steigen Anleihen. Ein kleiner Anteil in deinem Portfolio kann helfen, die Volatilität zu reduzieren.

Die Quintessenz: Diversifikation bleibt key

Am Ende des Tages ist es nichts Neues: Die Märkte verschieben sich, und was heute performet, ist morgen vielleicht out.
Indem du dein Portfolio auf mehrere Assetklassen, Sektoren und Regionen diversifizierst, schützt du dich gegen die Unwägbarkeiten – sei es Inflation, Zinsänderungen oder technologische Revolutionen.

Und ja, das schließt ein paar Überlegungen zu deinem Tech-Investment mit ein.
Vielleicht ist es nicht die Zeit, alles zu verkaufen, aber es ist sicherlich Zeit, klug zu handeln.

Was denkst du? Siehst du auch, dass dein Portfolio zu Tech-lastig ist? Oder denkst du, dass KI und Tech weiterhin die Welt regieren werden?

Tags: ETFs, Aktien, Investmentstrategie, Diversifikation, KI, Tech, Zinsen, Fed

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Anouar Akhich ist Finanzblogger und Ökonom mit Sitz in Osnabrück, Deutschland. Er begeistert sich für Investitionen, ETFs, Aktien und clevere Geldstrategien und teilt praktische Tipps, um Lesern Schritt für Schritt beim Vermögensaufbau zu helfen. Mit Erfahrung in Rechnungswesen und Finanzmanagement macht Anouar komplexe Finanzthemen leicht verständlich.