So Startest Du 2025 Mit ETFs – Ohne Hype, Aber Mit Plan

Anouar Akhich
39 Aufrufe
6 Min. Lesezeit
Foto: Nataliya Vaitkevich / Pexels

So Startest Du 2025 Mit ETFs – Ohne Hype, Aber Mit Plan

„Einfach in ETFs investieren und reich werden“ – so oder so ähnlich klingt’s überall im Netz. Klar, ETFs sind ein super Werkzeug. Aber seit der S&P 500 Ende 2024 neue Rekordhöhen erreicht hat und die Fed immer noch zögert, die Zinsen nachhaltig zu senken, frage ich mich: Ist der Einstieg 2025 wirklich so risikolos, wie viele behaupten?

Ich zeig dir, wie du trotzdem sinnvoll starten kannst – nicht mit Versprechen, sondern mit klarem Blick auf Chancen und Fallen.

Was ist ein ETF – und warum ist 2025 nicht 2020?

Ein ETF (Exchange Traded Fund) bildet einen Index ab – etwa den MSCI World (ca. 1.500 Aktien weltweit) oder den S&P 500 (die 500 größten US-Firmen). Du kaufst also nicht eine einzelne Aktie, sondern gleich ein ganzes Stück Weltwirtschaft.

Das klingt langweilig? Gut so. Langweilig bedeutet hier: weniger Drama, weniger Pleite-Risiko.

Aber Achtung: 2025 sieht anders aus als die bulligen Jahre nach 2020. Der MSCI World handelt aktuell bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 22 – deutlich über dem historischen Durchschnitt. Und die US-Aktien dominieren den Index wie nie (über 70 % Gewicht!). Das heißt: Wer denkt, er sei „global diversifiziert“, hält oft vor allem Nvidia, Microsoft & Co.

So startest du 2025 – Schritt für Schritt (ohne Illusionen)

1. Broker wählen – aber nicht blind auf „kostenlos“ hereinfallen

Ja, viele Broker werben mit „kostenlosen Sparplänen“. Doch schau genau hin:

  • Gibt es versteckte Ordergebühren beim Einmal-Kauf?
  • Unterstützt der Broker wirklich die ETFs, die du willst (z. B. iShares Core MSCI World UCITS ETF – ISIN IE00B4L5Y983)?
  • Funktioniert die App auch bei Volatilität? (Glaub mir, das zählt.)

Mein Tipp: Trade Republic, Scalable Capital oder ING – je nachdem, ob du Wert auf App-Erlebnis oder klassische Banknähe legst.

2. Welcher ETF passt – und welcher ist nur Marketing?

Für Anfänger bleibt der MSCI World ETF die beste Basis. Warum?

  • Breite Streuung
  • Niedrige TER (Total Expense Ratio) – oft unter 0,20 %
  • Hohe Liquidität

Vergiss vorerst „Trend-ETFs“ wie Clean Energy oder Metaverse. Die klingen cool, haben aber oft hohe Gebühren, geringe Handelsvolumina – und performen seit Jahren miserabel. (Schau dir mal den iShares Global Clean Energy ETF an: minus 40 % seit 2021. Ouch.)

3. Sparplan einrichten – aber realistisch bleiben

25 Euro im Monat? Super, wenn du am Anfang stehst. Aber glaub nicht, dass daraus automatisch ein Vermögen wird. Der berühmte „Cost-Average-Effekt“ hilft dir nur, wenn du langfristig dabei bleibst – auch wenn der Markt mal 20 % korrigiert.

Und: Setze nicht alles auf einen ETF. Später kannst du mit einem kleinen Anteil (z. B. 10–20 %) in Schwellenländer (MSCI EM) oder Anleihen diversifizieren – gerade in unsicheren Zeiten.

4. Geduld üben – und Emotionen ausschalten

Die Börse ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf. Und 2025 könnte turbulent werden: Wahljahr in den USA, geopolitische Spannungen, mögliche Rezessionssignale. Wenn dein Depot mal rot leuchtet – atme tief durch. Verkaufen in Panik ist der teuerste Fehler, den Anfänger machen.

Rechnen statt träumen: Was bringt 25 €/Monat wirklich?

Viele Blogs werfen mit „7 % Rendite“ um sich, als wäre das Gesetz. Aber:

  • Die historische Durchschnittsrendite des MSCI World liegt bei ca. 7–8 % vor Inflation
  • Seit 2010 war die Performance stark von US-Tech-Aktien getrieben – das muss nicht ewig so weitergehen
  • Inflation frisst realen Gewinn auf

Eine realistischere Annahme für die nächsten 10 Jahre? Vielleicht 5–6 % p.a. netto. Dann sieht deine Beispielrechnung so aus:

Monatliche RateErwartete Rendite p.a.Endkapital nach 10 Jahren
25 €5 %ca. 3.900 €
50 €5 %ca. 7.800 €
100 €5 %ca. 15.600 €

Hinweis: Prognosen basieren auf historischen Daten und Annahmen – keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

Drei No-Gos für ETF-Anfänger 2025

  • Nicht auf „kostenlose ETFs“ hereinfallen, die eigentlich thesaurierende Fonds mit versteckten Swap-Gebühren sind.
  • Keine Hebel-ETFs kaufen – die sind für Daytrader, nicht für Sparpläne.
  • Nicht jeden Monat den ETF wechseln, weil TikTok gerade etwas anderes feiert.

Fazit

ETFs sind 2025 immer noch der beste Einstieg ins Investieren – aber nicht, weil sie „sicher“ oder „garantiert profitabel“ sind. Sondern weil sie einfach, transparent und schwer zu versauen sind – solange du die Basics verstehst und dich nicht vom Hype blenden lässt.

Starte klein, bleib dran, und denk langfristig. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken – nicht wegen der Rendite allein, sondern weil du ruhig schlafen kannst, während andere nervös ihre Apps checken.

Weiterlesen:
Top 7 Aktien, Die 2025 Jeden Investor Überraschen Könnten
Finanzielle Freiheit in 10 Jahren: So Schaffst Du Es Mit 25 Euro/Monat

 

Diesen Artikel teilen
Folge:

Anouar Akhich ist Finanzblogger und Ökonom mit Sitz in Osnabrück, Deutschland. Er begeistert sich für Investitionen, ETFs, Aktien und clevere Geldstrategien und teilt praktische Tipps, um Lesern Schritt für Schritt beim Vermögensaufbau zu helfen. Mit Erfahrung in Rechnungswesen und Finanzmanagement macht Anouar komplexe Finanzthemen leicht verständlich.

Bewertung hinterlassen