So Startest Du 2025 Mit ETFs – Ohne Hype, Aber Mit Plan
„Einfach in ETFs investieren und reich werden“ – so oder so ähnlich klingt’s überall im Netz. Klar, ETFs sind ein super Werkzeug. Aber seit der S&P 500 Ende 2024 neue Rekordhöhen erreicht hat und die Fed immer noch zögert, die Zinsen nachhaltig zu senken, frage ich mich: Ist der Einstieg 2025 wirklich so risikolos, wie viele behaupten?
Ich zeig dir, wie du trotzdem sinnvoll starten kannst – nicht mit Versprechen, sondern mit klarem Blick auf Chancen und Fallen.
Was ist ein ETF – und warum ist 2025 nicht 2020?
Ein ETF (Exchange Traded Fund) bildet einen Index ab – etwa den MSCI World (ca. 1.500 Aktien weltweit) oder den S&P 500 (die 500 größten US-Firmen). Du kaufst also nicht eine einzelne Aktie, sondern gleich ein ganzes Stück Weltwirtschaft.
Das klingt langweilig? Gut so. Langweilig bedeutet hier: weniger Drama, weniger Pleite-Risiko.
Aber Achtung: 2025 sieht anders aus als die bulligen Jahre nach 2020. Der MSCI World handelt aktuell bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 22 – deutlich über dem historischen Durchschnitt. Und die US-Aktien dominieren den Index wie nie (über 70 % Gewicht!). Das heißt: Wer denkt, er sei „global diversifiziert“, hält oft vor allem Nvidia, Microsoft & Co.
So startest du 2025 – Schritt für Schritt (ohne Illusionen)
1. Broker wählen – aber nicht blind auf „kostenlos“ hereinfallen
Ja, viele Broker werben mit „kostenlosen Sparplänen“. Doch schau genau hin:
- Gibt es versteckte Ordergebühren beim Einmal-Kauf?
- Unterstützt der Broker wirklich die ETFs, die du willst (z. B. iShares Core MSCI World UCITS ETF – ISIN IE00B4L5Y983)?
- Funktioniert die App auch bei Volatilität? (Glaub mir, das zählt.)
Mein Tipp: Trade Republic, Scalable Capital oder ING – je nachdem, ob du Wert auf App-Erlebnis oder klassische Banknähe legst.
2. Welcher ETF passt – und welcher ist nur Marketing?
Für Anfänger bleibt der MSCI World ETF die beste Basis. Warum?
- Breite Streuung
- Niedrige TER (Total Expense Ratio) – oft unter 0,20 %
- Hohe Liquidität
Vergiss vorerst „Trend-ETFs“ wie Clean Energy oder Metaverse. Die klingen cool, haben aber oft hohe Gebühren, geringe Handelsvolumina – und performen seit Jahren miserabel. (Schau dir mal den iShares Global Clean Energy ETF an: minus 40 % seit 2021. Ouch.)
3. Sparplan einrichten – aber realistisch bleiben
25 Euro im Monat? Super, wenn du am Anfang stehst. Aber glaub nicht, dass daraus automatisch ein Vermögen wird. Der berühmte „Cost-Average-Effekt“ hilft dir nur, wenn du langfristig dabei bleibst – auch wenn der Markt mal 20 % korrigiert.
Und: Setze nicht alles auf einen ETF. Später kannst du mit einem kleinen Anteil (z. B. 10–20 %) in Schwellenländer (MSCI EM) oder Anleihen diversifizieren – gerade in unsicheren Zeiten.
4. Geduld üben – und Emotionen ausschalten
Die Börse ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf. Und 2025 könnte turbulent werden: Wahljahr in den USA, geopolitische Spannungen, mögliche Rezessionssignale. Wenn dein Depot mal rot leuchtet – atme tief durch. Verkaufen in Panik ist der teuerste Fehler, den Anfänger machen.
Rechnen statt träumen: Was bringt 25 €/Monat wirklich?
Viele Blogs werfen mit „7 % Rendite“ um sich, als wäre das Gesetz. Aber:
- Die historische Durchschnittsrendite des MSCI World liegt bei ca. 7–8 % vor Inflation
- Seit 2010 war die Performance stark von US-Tech-Aktien getrieben – das muss nicht ewig so weitergehen
- Inflation frisst realen Gewinn auf
Eine realistischere Annahme für die nächsten 10 Jahre? Vielleicht 5–6 % p.a. netto. Dann sieht deine Beispielrechnung so aus:
| Monatliche Rate | Erwartete Rendite p.a. | Endkapital nach 10 Jahren |
|---|---|---|
| 25 € | 5 % | ca. 3.900 € |
| 50 € | 5 % | ca. 7.800 € |
| 100 € | 5 % | ca. 15.600 € |
Hinweis: Prognosen basieren auf historischen Daten und Annahmen – keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.
Drei No-Gos für ETF-Anfänger 2025
- Nicht auf „kostenlose ETFs“ hereinfallen, die eigentlich thesaurierende Fonds mit versteckten Swap-Gebühren sind.
- Keine Hebel-ETFs kaufen – die sind für Daytrader, nicht für Sparpläne.
- Nicht jeden Monat den ETF wechseln, weil TikTok gerade etwas anderes feiert.
Fazit
ETFs sind 2025 immer noch der beste Einstieg ins Investieren – aber nicht, weil sie „sicher“ oder „garantiert profitabel“ sind. Sondern weil sie einfach, transparent und schwer zu versauen sind – solange du die Basics verstehst und dich nicht vom Hype blenden lässt.
Starte klein, bleib dran, und denk langfristig. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken – nicht wegen der Rendite allein, sondern weil du ruhig schlafen kannst, während andere nervös ihre Apps checken.
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